Ein Teleskop besitzt viele charakteristische Parameter . Für den jeweiligen Einsatzzweck müssen diese optimal gewählt werden. Die wichtigsten Parameter sind:

  • Auflösungsvermögen
  • Lichtstärke
  • Öffnungsverhältnis
  • Vergrößerung

 

Das Auflösungsvermögen errechnet sich nach folgender Formel:
 

r = 115 : D
Auflösungsvermögen = 115 : Objektivdurchmesser

In der obigen Formel ist der Objektivdurchmesser D in mm einzusetzen. Man erhält dann eine grobe Näherung des (unter optimalen Bedingungen) erreichbaren minimalen Winkelabstandes benachbarter Sterne in Bogensekunden. Je kleiner der Wert des Ergebnisses ist, desto besser. Die Formel stellt allerdings nur eine Faustregel dar, da das Auflösungsvermögen noch von vielen anderen Faktoren (Wellenlänge der beobachteten Strahlung) beeinflußt wird. Das Auflösungsvermögen sagt aus, ob man zwei eng beieinander stehende Objekte (Doppelsterne) noch getrennt sehen kann bzw. bis zu welchem realen Winklelabstand herab zwei eng benachbarte Objekte am Himmel noch als getrennt erkannt werden können und ist wohl der bedeutendste Parameter eines Teleskops. Es ist begrenzt, da die einfallende Strahlung an den Rändern der Linsen bzw. Spiegel gebeugt wird, und punktförmige Sterne deshalb als Scheibchen dargestellt werden. Es wird auch manchmal als Trennschärfe bezeichnet. In diesem Zusammenhang wäre noch zu erwähnen, daß jedes Fernrohr ab einer bestimmten Vergrößerung aufwärts zunehmend schlechtere Bilder liefert. Diese zu hohen (leeren) Vergrößerungen entstehen, weil die Optik ab diesem Punkt nur die durchs Instrument sichtbaren Beugungsscheibchen der Objekte am Himmel vergrößert, jedoch nicht noch mehr Details erkennen läßt. Je größer das Objektiv ist, desto feiner ist auch die Auflösung.

Lichtstärke Die Lichtstärke lässt sich nach folgender Formel berechnen:

Lichtstärke = (Objektiv-/Spiegel Ø : 7) * (Objektiv-/Spiegel Ø : 7)
(z.B.: (100 : 7) X (100 : 7) = 204,08)

Auch sie stellt einen entscheidenden Qualitätsfaktor für ein Teleskop dar. Meist wird sie in der Form der Größenklasse der unter Optimalbedingungen gerade noch sichtbaren / fotografierbaren Sterne angegeben.Für visuelle Beobachtungen liegt die Grenzgröße bedeutend höher als für fotografische Beobachtungen. Das bedeutet, dass sich mit dem Auge am Okular viel weniger Sterne erkennen lassen als auf einem Foto, da eine Fotoplatte die auftreffende Lichtmenge aufsummiert.

Öffnungsverhältnis Man versteht darunter das Verhältnis zwischen Objektivöffnung D und Objektiv-Brennweite F. Ein Öffnungsverhältnis von 1:6 besagt also, daß die Brennweite des Objektives 6 mal größer als dessen Durchmesser ist. Bei einem 100mm Objektiv und einer Brennweite von 1.000mm beträgt das Öffnungsverhältnis 1:10. Das Öffnungsverhältnis bei Spiegel-Teleskopen liegt mit 1:4 bis 1:10 bedeutend über dem von Linsen-Fernrohren, die meist 1:8 bis 1:13 aufweisen. Je kleiner das Öffnungsverhältnis, desto lichtstärker ist das Teleskop.

Vergrößerung Die Vergrößerung eines Fernrohres ist weit weniger wichtig, als landläufig angenommen. Sie errechnet sich nach der folgenden Formel:
 

V = F / f
Vergrößerung = Objektivbrennweite / Okularbrennweite

 

 


(z.B. Bw. Objektiv = 1000 mm, Bw. Okular = 10mm = Vergrößerung 100x).

Da die Okularbrennweite vorgegeben und nicht veränderlich ist, kann die Vergrößerung nur durch Wahl verschiedener Okulare verändert werden. Man benötigt also lediglich verschiedene Okulare um verschiedene Vergrößerungen in sein Teleskop zu bekommen. Mit einer entsprechenden Brennweiten kombination ist also theoretisch jede beliebige Vergrößerung realisierbar, ob sie nun sinnvoll ist oder nicht, denn dies kommt nur bis zu einem bestimmten Grad der Qualität des Bildes zugute. Ein höhere Vergrößerung als die maximale Vergrößerung verschlechtert die Bildqualität, da keine zusätzlichen Details erkennbar sind. Die sinnvolle max. Vergrößerung eines astronomischen Teleskops richtet sich nach der Lichtmenge, die in die Teleskop-Öffnung einfällt.(Minimalvergrößerung etwa 1/6 der Öffnung in mm; Maximalvergrößerung etwa 2-fache Öffnung in mm). Als sog. förderliche Vergrößerung bezeichnet man die Vergrößerung, die zahlenmäßig gleich der Öffnung des Objektives in mm ist.